Reifen Ratgeber - 6 Dinge, die Sie wissen müssen, bevor Sie einen Reifen kaufen!

Autoreifen stellen ein lebenswichtiges Sicherheitselement und als Verschleißteil auch ein beachtlicher Kostenfaktor dar. Die richtige Reifenwahl erweist sich jedoch angesichts der großen Zahl an Anbietern und Marken hin und wieder als schwer, weiß Wir-Wissen-Wo.com. Worauf beim Kauf zu achten ist und weitere wissenswerte Tipps rund um die Welt des Reifens.

1. Reifengröße und Betriebskennung - Was bedeuten die Zahlen und Zeichen auf dem Reifen?

Beschrieben wird die Größe eines Reifens mit dem Felgendurchmesser, dem prozentualen Verhältnis von Laufflächenbreite und Flankenhöhe (Reifentiefe) sowie der Reifenbreite. Beim Erwerb von Reifen ist auf die Betriebskennung zu achten, die sich aus Tragfähigkeitsindex sowie Geschwindigkeitskategorie zusammensetzt. Die Reifenaufschrift von 185/65 R 14 86 H drückt etwa aus, dass die Reifenbreite an ihrer stärksten Stelle 185 Millimeter beträgt. Das Verhältnis zwischen Reifenbreite und Flankenhöhe beläuft sich hingegen auf 65%. R 14 bedeutet, dass ein radial gefertigter Reifen einen Felgendurchmesser von 14 Zoll erfordert. Die Ziffer 86 nimmt Bezug auf den Tragfähigkeitsindex, dem sich ein maximaler Lastindex in Kilogramm entnehmen lässt. Zuletzt folgt der Geschwindigkeitsindex, der mit der Kategorie H auf eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h hinweist. Die Betriebskennung kann dem Fahrzeugschein entnommen werden.

2. Reifenqualität - Ist Reifen A besser als Reifen B?

Hierüber gibt das sogenannte UTCQ (Uniform Tire Quality Grade) auf der Reifenseitenwand Auskunft. Die Bezeichnung Temperature bezieht sich auf den Erwärmungswiderstand des Autoreifens während der Fahrt. Eine schlechte Wärmeabführung kann Reifenschäden hervorrufen. Die Einordnung kann in die Kategorien A (höchste), B und C erfolgen. Die Angabe Traction steht im Zusammenhang mit der Bodenhaftung des Reifens bei nassem Untergrund. Diese lässt somit Aussagen über den Bremsweg zu. Die höchste Qualität wird durch AA dargestellt. Eine Aussage über die Verschleißtätigkeit der Lauffläche im Vergleich zu einem Normreifen ermöglicht der Tradewear. Liegt dieser Wert bei 300, so verschleißt der vorliegende Reifen gegenüber dem Normreifen dreimal langsamer.

3. Lebensdauer - Wie alt darf ein Reifen sein?

Wie lange ein Reifen gefahren werden darf, kann auf der Reifenaußenseite der DOT-Nummer entnommen werden, die erstmals vom US-amerikanischen Verkehrsministerium (Department of Transportation) eingeführt wurde. Aussagen zum Herstellungszeitpunkt ermöglichen die letzten zwei Ziffern, die Kalenderwoche und -jahr der Produktion angeben. Die DOT-Kennzeichnung 11/13 besagt etwa, dass der Reifen in der elften Kalenderwoche des Jahres 2013 produziert wurde. Beim Kauf sollten die Reifen nicht älter als drei Jahre sein. Aufgrund der zunehmend schlechteren Bodenhaftung sowie der abnehmenden Elastizität des Gummimaterials, sollten die Reifen nach etwa sechs bis acht Jahren ausgetauscht werden. Abhängig ist der beste Zeitpunkt von der jährlichen Leistung und etwa auch von der Lagerung der Reifen. Sie sollten dabei grundsätzlich dunkel, trocken und nicht zu warm gelagert werden. Um Dellen und Druckstellen zu vermeiden, sollten sie ferner alle vier Wochen etwas gedreht werden.

4. EU-Reifenlabel - Was bedeutet das EU-Label bei Reifen?

Für Reifen besteht nach der im November 2012 in Kraft getretenen EU-Verordnung 1222/2009 eine zusätzliche Kennzeichnungspflicht. Abgelesen werden können auf einem gesonderten Reifenaufkleber Geräuschemission, Nasshaftung sowie Energieeffizienz. Weist der Aufkleber in puncto Geräuschemission lediglich eine Schallwelle auf, so unterschreitet der Reifen die ab 2016 wirksamen Grenzwerte um über 3 Dezibel. Ausschlaggebend ist dabei das gemessene Geräusch im Vorbeifahren. Bei der Nasshaftung wird auf eine nasse Fahrbahn und eine Geschwindigkeit von 80 km/h Bezug genommen. Reifen der Klasse A haben dabei den geringsten Bremsweg (drei Meter weniger als Klasse B). Die Energieeffizienz stellt auf den Rollwiderstand ab, da dieser den Kraftstoffverbrauch maßgeblich bestimmt.

5. Arten von Reifen - Sind Winterreifen im Winter wirklich Pflicht?

In Abhängigkeit von der Jahreszeit stehen Sommer- sowie Winterreifen zur Auswahl. Sommerreifen sind bei schnee- und frostfreien Straßenverhältnissen zu benutzen und nutzen sich selbst bei hohen Geschwindigkeiten nur wenig ab. Die hierbei verwendete Gummimischung bleibt selbst bei hoher Temperatureinwirkung äußerst fest. Winterreifen, die mit M+S (Matsch und Schnee) gekennzeichnet sind, kommen bei winterlichen Straßenbedingungen und frostigen Temperaturen zum Einsatz. Die Gummimischung sorgt hierbei, dass der Reifen auch bei extremer Kälte ausreichend elastisch bleibt. Neben dem M+S Symbol deutet auch das Alpine Symbol (dreigezackter Berg mit Schneeflocke) auf einen Winterreifen hin. In Deutschland besteht über die Wintermonate eine Winterreifenpflicht, die bei Nichtbeachtung mit einem Bußgeld von 80 Euro und einem Punkt im Flensburger Zentralverkehrsregister geahndet wird. Neben Sommer- und Winterreifen gibt es mit Allwetterreifen (Ganzjahresreifen) eine Zwischenlösung. Wir-Wissen-Wo.com warnt jedoch: Zwar können diese zu jeder Jahreszeit verwendet werden, eignen sich jedoch überwiegend für Regionen mit lediglich geringfügigen saisonalen Temperaturschwankungen. Gegenüber Sommerreifen weisen die Allwetterreifen einen erhöhten Treibstoffverbrauch und Verschleiß auf. Ferner erreichen sie bei kalten Witterungsbedingungen nicht die ausgezeichneten Werte eines Winterreifens.

6. Fülldruck und Profiltiefe - Wie viel Profil muss ein Reifen mindestens haben?

Weil Reifen Schwerstarbeit leisten, ist zu gewährleisten, dass die in ihm eingeschlossene Luft das Fahrzeuggewicht auch zuverlässig stemmen kann. Je geringer der Fülldruck ist, desto stärker werden die Reifen beim Abrollen durchgewalkt, was auf Dauer aufgrund der übermäßigen Wärmeerzeugung zur völligen Zerstörung der Reifen führen kann. Auch aus ökonomischer Sicht ist ein zu geringer Fülldruck zu vermeiden, zumal Kraftstoffverbrauch und Reifenverschleiß steigen. Ein zu hoher Reifendruck wirkt sich hingegen negativ auf die Laufleistung, den Komfort und das Lenkverhalten aus. Die Sicherheit eines Reifens wird ferner maßgeblich von der Profiltiefe bestimmt. Fällt diese nicht tief genug aus, verliert der Reifen seine Griffigkeit, wodurch sich etwa die Gefahr des Schleuderns erhöht. Die EU schreibt eine Profiltiefe von mindestens 1,6 mm vor. Aus Sicherheitsgründen sollten Winterreifen jedoch eine Mindesprofiltiefe von 4 mm, Sommerreifen hingegen von 2 mm aufweisen.

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