Motorradreifen Ratgeber - Sicherheit geht vor!

Als Motorradfahrer sollte einem bewusst sein: Die beiden Reifen eines Motorrads sind die einzige Verbindung, die man mit der Straße hat. Sie sind im Extremfall so etwas wie eine Lebensversicherung. Ein verantwortungsvoller Biker hat also immer einen Blick auf seine Motorradreifen. Er weiß, wann er neue Pneus braucht und auch, was bei neuen Reifen zu beachten ist.

"Beipackzettel" bei Motorradreifen

Alles Wissenswerte über einen Motorradreifen ist auf der Seitenwand des Reifens aufgeschrieben. Dort sind die Angaben über Reifenmodell und den Hersteller und auch andere Informationen abzulesen. Folgendes Beispiel soll helfen, die Informationen zu verstehen:
180/55ZR17TL (73 W)

  • 180 steht für die Reifenbreite, Maßeinheit sind Millimeter
  • 55 drückt in Prozent das Verhältnis Reifenquerschnitt zur Reifenbreite aus
  • ZR bedeutet, dass dies ein Radialreifen ist, zugelassen für Geschwindigkeiten über 240 km/h
  • 17 ist der Felgendurchmesser in der Maßeinheit Zoll
  • TL ist Englisch tubeless und kennzeichnet hier einen schlauchlosen Motorradreifen
  • 73 ist der Tragfähigkeitsindex, der die maximal zulässige Last angibt
  • W beschreibt, bis zu welcher Geschwindigkeit dieser Index gilt, hier bis zu 240 km/h

Bei früher üblicher Kennzeichnung wurde die Reifenbreite in Zoll angeben, etwa 3.75.

Trau keinem alten Motorradreifen

Auch Motorradreifen sind umfassenden Alterungsprozessen unterworfen, sowohl abhängig von der Fahrleistung, aber auch unabhängig davon. Ein sehr wichtiger Indikator ist die ausreichende Profiltiefe. Vorgeschrieben sind hierfür 1,6 mm. Bei weniger Profil erlischt die Fahrerlaubnis. Es ist ratsam, sich bereits vor Erreichen dieses Minimumprofils um neue Reifen zu kümmern. Auch wenn bei modernen Reifen dem Gummi Stoffe beigemischt sind, die die Elastizität des Reifens stabilisieren sollen, werden diese doch irgendwann spröde. Die Hersteller von Motorradreifen sehen diesen Zeitpunkt nach etwa fünf bis sechs Jahren. Das Alter des Motorradreifens ist durch eine sogenannte DOT Nummer benannt, die auch auf der Reifenseitenwand aufgeprägt ist.

Schlauchlose Reifen haben Vor- und Nachteile

Seit es auch bei Motorrädern Verbund- und Gussräder gibt, konnten schlauchlose Reifen, Kennzeichnung ist TL, auch für Motorräder entwickelt werden. Der Rennsport hat hier Starthilfe geleistet. Dort war es für hohe Geschwindigkeiten interessant, eine Reifen-Rad-Konstruktion zu haben, die wegen vermiedener Reibung zwischen Felgen, Reifen und einem Schlauch nicht zur Erwärmung führt. Darüber hinaus sind schlauchlose Reifen vom Gewicht her günstiger - sie wiegen weniger. Bei einem Reifendeffekt verliert der schlauchlose Reifen auch nicht sofort alle Luft. Anders der Schlauchreifen (Kennzeichnung TT tubetype): Hier droht das Platzen des Reifens und somit eine erhöhte Sturzgefahr. Aber auch die schlauchlosen Pneus haben Nachteile: Diese Reifen lassen sich von einer Spezialwerkstatt montieren bzw. demontieren, da man hierfür aufwändiges Spezialwerkzeug und Fachkenntnisse braucht. Auch das Reparieren eines Reifens lässt sich nicht mehr selber durchführen. Klassische Speichenräder sind für schlauchlose Reifen meist nicht geeignet. Diese brauchen einen ganz speziellen Felgentyp.

Umgang mit neuen Reifen

Motorradreifen müssen, wenn sie neu aufgezogen wurden, erst eingefahren werden. Sie sind, frisch aus der Produktion, noch ziemlich glatt auf ihrer Oberfläche. Ein zunächst vorsichtiges Einfahren raut den Reifen auf und gibt ihm zunehmend die notwendige und gewünschte Griffigkeit. Dieses normale Einfahren, bei denen man Extremsituationen bewusst vermeidet, kann gerne um die 150 bis 200 Kilometer dauern. Jetzt kann man selber gut den Unterschied sehen und fühlen, den die normale Lauffläche gegenüber den seitlichen Flächen hat. Danach sollte man dann auch diese durch Schräglage anrauen. Unterstützend kann ein neuer Reifen mit reichlich Bremsenreiniger behandelt werden, der dadurch schon etwas mehr Grip bekommt.

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