Ratgeber Modellbau Akkus

Zum Thema Antrieb

Auch das schönste RC-Modell (einmal abgesehen von Segelbooten und -flugzeugen) funktioniert nur so gut, wie sein Antrieb es zulässt. Lange Zeit galten Verbrennungsmotoren, speziell in der Sparte Flug- und Automodellbau, als das Nonplusultra unter den Antrieben. Diese Sicht der Dinge hat sich mittlerweile grundlegend geändert. Seit geraumer Zeit hat der Elektroantrieb sein Nischendasein verlassen und den Modellbausektor grundlegend revolutioniert. Doch wie kam es zu diesem Wandel? Die Antwort findet sich in der Entwicklung neuer Akkumulatoren, kurz "Akkus" genannt. Erst die konsequente Weiterentwicklung und Leistungsoptimierung neuer Technologien ermöglichte die Produktion moderner Akkus mit ausreichend Energiepotential für den Betrieb leistungsstarker Elektromotoren. Die folgende Übersicht soll Ihnen helfen, den für Ihre Zwecke am besten geeigneten Akku-Typ zu finden.

 

Der Blei-Akku (Pb)

Ein zentraler Begriff, der viel über Eigenschaften und Einsatzmöglichkeiten eines Akkus aussagt, ist die sogenannte Energiedichte. Dieser Wert eines Akkus wird durch das Verhältnis seines Gewichts und Volumens im Bezug auf seine Leistungsfähigkeit bestimmt. Blei-Akkus haben im Vergleich zu modernen Akkus eine sehr geringe Energiedichte. Bereits seit dem Ende des 19. Jahrhunderts werden Blei-Akkus industriell hergestellt. Somit gehören sie zum "Urgestein" der Galvanischen Zellen. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes "bleischwer" und finden daher im Modellbau selten Verwendung. Lediglich im Bereich des Schiffsmodellbaus werden sie aufgrund ihrer Zuverlässigkeit und Hochstromfähigkeit als Energiequelle genutzt.

 

Der Nickel-Cadmium-Akku (NiCd)

 

Der Nickel-Cadmium-Akku zählt zu den Klassikern im Modellbau. Akkus dieses Typs sind äußerst robust und unempfindlich gegen Temperatureinflüsse. Sie sind in der Lage hohe Ströme zu liefern und besitzen einen geringen Innenwiderstand. Ein wesentlicher Nachteil der NiCd-Akkus ist der sogenannte Memory-Effekt. Bei nicht vollständiger Entladung des Akkus "merkt" sich dieser den Ladestand und verliert dadurch langfristig an Kapazität. Die Nutzung eines Automatik-Ladegerätes kann diesen Effekt verhindern. Dieses entlädt den Akku erst vollständig, bevor es mit dem eigentlichen Ladevorgang beginnt. Aufgrund des gesundheits- und umweltschädlichen Inhaltsstoffes Cadmium wird dieser Akku-Typ nicht weiterentwickelt, sondern sukzessive vom Nickel-Metallhydrid-Akku abgelöst.

 

Der Nickel-Metallhydrid-Akku (NiMH)

Dieser Akku-Typ bietet dem Modellbauer eine Reihe von Vorteilen. Bei gleicher Größe weist er die doppelte Kapazität eines NiCd-Akkus auf. Gleichzeitig bewegt sich sein Memory-Effekt in einer zu vernachlässigenden Größenordnung. Der Nachteil dieser Akkus liegt in ihrer Empfindlichkeit in Bezug auf Überhitzung, falsche Polung und Tief- bzw. Überladung. Daher dürfen NiMH-Akkus nicht mit einem Ladegerät für NiCd-Akkus geladen werden. Hier besteht die Gefahr der Überladung. Auch in puncto Temperaturfestigkeit müssen beim NiMH-Akku Abstriche gemacht werden. Ab 0 °C abwärts sind deutliche Leistungsverluste zu verzeichnen.

 

Der Lithium-Polymer-Akku (LiPo)

Ursprünglich wurden Lithium-Zellen für den Betrieb von Mobiltelefonen und Notebooks entwickelt. Aufgrund ihrer hohen Energiedichte und guten Hochstromfähigkeit sind sie aber auch für den Einsatz im Modellbau hervorragend geeignet. Die leichten und schnell zu ladenden LiPo-Akkus haben sich innerhalb kürzester Zeit auf dem Modellbaumarkt durchgesetzt. Speziell im Flugmodellbau eröffnen sie aufgrund ihres geringen Gewichtes völlig neue Konstruktionsmöglichkeiten. Helikopter- und Quadrocopter-Modelle von der Größe einer Handfläche wären ohne LiPo-Akkus nicht realisierbar. Aber auch diese revolutionären Zellen haben ihre Schwächen. Temperaturen von über 60 °C und unter 0 °C können LiPo-Akkus nachhaltig schädigen. Der Fachhandel bietet daher spezielle LiPo-Akku-Wärmer mit Thermostat für den Einsatz im Winter an. Genau wie NiMH-Akkus reagieren LiPo-Akkus sehr empfindlich auf Tief- bzw. Überladung. Da die Akkus schon nach einmaliger Tiefenentladung unbrauchbar sein können, empfiehlt sich im Betrieb ein Motorregler und Empfänger mit auf LiPo-Akkus abgestimmter Unterspannungsschaltung. Auch beim Ladevorgang ist Vorsicht geboten. LiPo-Akkus können beim Laden sehr heiß werden. Defekte Zellen können sich bis zum Platzen aufblähen und entflammen. Der Ladevorgang sollte daher nur unter Aufsicht stattfinden.

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