Elektrofahrräder – Motor

Beim Einbau des Elektromotors gibt es verschiedene Varianten:
1.Tretlagermotor/Mittelmotor
2.Nabenmotor im Vorderrad
3.Nabenmotor im Hinterrad
4.Sattelrohrmotor der innen auf das Tretlager wirkt
5.Elektromotor mit Rolle auf das Hinterrad
6.Elektrischer Schubanhänger

Man kann nicht pauschal sagen, welche Einbauart die beste ist. Je nach den Anforderungen an Ihr Pedelec oder E-Bike haben die verschiedenen Einbauvarianten Vor- und Nachteile.

Tretlagermotoren/Mittelmotoren für Elektroräder

Diese Motoren werden direkt unterhalb der Pedale angebracht und wirken direkt am Tretlager. Das hat den Vorteil, dass der Schwerpunkt sehr tief und zentral liegt, was sich positiv auf das Handling und das Fahrgefühl auswirkt.

 

Bei manchen Rädern führt dies jedoch zu einem längeren Radstand. Das kann positiv (stabilerer Geradeauslauf) oder negativ (geringere Wendigkeit) sein. Aufgrund der kürzeren Verkabelung sind Tretlagermotoren etwas weniger störanfällig - vorausgesetzt der Akku ist in der Nähe verbaut. Bei modernen Systemen sind diese Motoren sogar mit Rücktrittbremsen kombinierbar. Generell entfällt aber die Rekuperationsmöglichkeit, also das Rückgewinnen von Energie beim Bremsen oder bei längeren Bergabfahrten. Bei gefederten Rädern bleibt das gute Ansprechverhalten der Federung erhalten, da sich der Motor innerhalb des gefederten Bereiches befindet. Im Falle einer Reifenpanne kann der Reifen wie gewohnt ausgebaut werden - ein Lösen von Kabeln entfällt.

Nabenmotoren

Bei Nabenmotoren wirkt der Antrieb direkt auf das Rad, was eine sehr direkte Kraftübertragung zur Folge hat. Dadurch geht weniger mechanische Energie auf dem Weg zum Reifen verloren, was sich in einem höheren Wirkungsgrad niederschlägt. Auch kann beim Bremsen oder bei längeren Talfahrten Energie zurück gewonnen und der Akku wieder aufgeladen werden.

 

Meist zeichnen sich Nabenmotoren durch geringe Geräuschentwicklung aus. Bei Vorderradmotoren ist die Verwendung einer Rücktrittbremse möglich und auch im Hinblick auf die Schaltung gibt es keinerlei bauliche Einschränkungen. Bei gefederten Rädern haben Nabenmotoren und das damit verbundene höhere Reifengewicht negative Auswirkungen auf den Fahrkomfort bzw. auf das Ansprechverhalten der Federung. Das ist besonders bei elektrischen Mountainbikes zu bedenken. Gerade beim Vorderradnabenmotor kann es abseits befestigter Straßen oder bei Nässe zu Traktionsproblemen kommen. Bei einem Radwechsel muss die Verkabelung gelöst werden. Bei einem Elektro-Rad mit Hinterradnabenmotor, bei dem auch der Akku am Gepäckträger ist, ist das Fahrverhalten spürbar hecklastig.

Sattelrohrmotor

Der Sattelrohmotor ist ein langer schmaler Motor, der innerhalb des Sattelrohres verbaut wird. So ist er von außen nicht sichtbar, da er direkt auf die Tretlagerwelle wirkt. zu nennen ist hier beispielsweise der Gruber Assist-Antrieb der dauerhaft 100 Watt Leistung bringt. Der Vorteil dieses Systems ist seine Leichtigkeit. Voraussetzung zum Einbau des Motors ist der Sattelrohrinnendurchmesser von 31,8 mm. Das Rohr muss lang genug sein und vor allem genau mittig auf das Tretlager des Pedelecs treffen. Viele Mountainbikes lassen sich so zum Elektro-MTB umrüsten.

Elektromotor mit Rolle auf das Hinterrad

Beim Nachrüst-Kit Pedalix El Primo drückt eine Antriebsrolle auf den Reifen. Da das aber nur bei wenigen Reifen zufrieden stellend funktioniert, handelt es sich hier um eine Randerscheinung.

Der motorisierte Schubanhänger

Als Alternative zum Einbau des Motors am E-Bike ist der Antrieb mittels elektro-motorisierter Schubanhänger zu nennen. Das Fahrrad wird dabei nicht direkt motorisiert - sprich gar nicht baulich verändert. Motor und Akku sind im Anhänger verbaut. Das hat den Vorteil, dass dort auch sehr große Akkus Platz haben

Qualitative Betrachtung

So genannte "bürstenlose Motoren" sind i.d.R. wartungsfrei, haben keine Verschleißteile, sind sehr effizient und haben eine hohe Lebensdauer.

Beachten Sie: In vielen preiswerten Elektrorädern aus dem Baumarkt kommt häufig veraltete und laute Nabenmotoren zum Einsatz.

Besonders wichtig in Verbindung mit dem Motor ist die Steuerungselektronik, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Effizienz und Leistung eines Motors leistet.

 

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